Ein Minimum Viable Product (MVP) bezeichnet ein kleinstmögliches, realisierbares Produkt. Es ist sowohl praktikabel als auch existenzfähig, jedoch kein Prototyp. Das MVP besitzt zwar nur wenige Features, funktioniert dabei allerdings einwandfrei. Dieser Ansatz kann als Reaktion auf den Wandel von der Old zur New Economy verstanden werden.

Wie es zu dieser Entwicklung kam und welche Merkmale der Ansatz im Detail besitzt, ist nachfolgend zusammengefasst.

Betrachtet man die Stufen der Entwicklung eines Produktes in der Landschaft der Old Economy, stellt man schnell fest, dass Jahre vergehen, bevor man von einer Produktidee zu einem fertigen Produkt gelangt. Nicht selten wird intensiv über ein Konzept debattiert, eine 5-Jahres-Planung und eine Produktfinanzierung kalkuliert. An diese Phasen schließen sich noch die Entwicklung sowie Erstellung eines Prototyps an. Und erst danach kommt es zum erstmaligen Kundenkontakt!

Ein Scheitern des Produktes zu diesem Zeitpunkt bedeutet den Verlust vieler Jahre, vieler Investitionen und schließlich den Verlust von Markt- und Kundensegmenten an die Wettbewerber.

Im Zuge der Entwicklungen hin zu agilen und digitalen Wirtschafts- und Unternehmensformen, der New Economy, unterlag auch die Produktentwicklung und -markteinführung einem Wandel. Unnötige Prozesse und lange Entwicklungszeiten sind nicht mehr zeitgemäß – und genau hier greift zum Beispiel der Lean-Startup-Ansatz. Verschlankung aller Prozesse, Definition von Annahmen über Marktentwicklungen und Kundenbedürfnisse und nicht zuletzt die frühzeitige Markteinführung. Durch eine effiziente Entwicklung eines funktionierenden, mit Kernfunktionen ausgestatteten Produktes, gelingt eine frühzeitige Testphase. Kundenbedürfnisse können geprüft, Fehler und Optimierungen definiert und entsprechend schnell verarbeitet werden. Um dieses Vorgehen zu gewährleisten, bedient sich der Lean-Startup-Ansatz am Minimum Viable Product.

Wie das funktioniert? „Keep it short & simple“!

Beim Minimum Viable Product nutzt man die Schnittmenge aus einem minimalistischen Produkt mit wenigen Funktionen und einem ausgereiften, umfänglichen Produkt mit hoher Entwicklungszeit. Im Ergebnis erreicht man somit ein kleines, brauchbares Produkt, welches dem Kunden bereits eine gewisse Anzahl von Vorteilen bietet. Nach erfolgreicher erster Erprobung des MVP am Markt, können Optimierungen auf Basis der Kundenbedürfnisse realisiert werden. Mit jedem neuen Optimierungszyklus steigt die Komplexität des Ausgangsproduktes entsprechend an. Dabei wird der MVP-Ansatz häufig als fortlaufender Prozess verstanden, der es einem Unternehmen ermöglicht, die Marktfähigkeit von Ideen und Produktfeatures zu testen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass dem Markt zugeführte MVPs scheitern – das stetige Lernen aus diesen Fehlern steigert allerdings die Chancen auf einen Markterfolg und somit die Erreichung des Proof of Concept.

Das Ziel des MVPs ist demnach die Marktreife und der Start einer Kundenbindung!