Die Menschen hinter Achtzig20:
Auf einen Kaffee mit… Henning

von Marie Daut

In „Auf einen Kaffee mit…“ triffst du auf die Menschen hinter Achtzig20. Diesmal blicken wir in den Kopf und das Leben von Henning.

Henning ist ehemaliger Eventmanager, Sport- und Kulturfan und legt am Wochenende auch mal in einem Münchner Club auf. Im Interview verrät er, wie es ihn zu Achtzig20 verschlagen hat, wie sein perfektes Wochenende aussieht und was er von seiner letztjährigen zweimonatigen Reise nach Nord- und Südamerika mitgebracht hat.

Du siehst heute aus wie ein Architekt… ganz in Schwarz mit Rollkragenpulli. Hat das was zu bedeuten?

Henning (lacht): Das ist doch dunkelblau!

Dein Auge scheint mir ziemlich geschult…

Henning: Vielleicht liegt das in der Familie (lacht). Mein Bruder ist Modedesigner, manchmal bekomm’ ich ein Einzelstück zum Austragen. Heute hab’ ich nichts von ihm an…

Ich bin aber tatsächlich Architekturfan!

Und DJ bist du auch. Magst du Kultur im Allgemeinen?

Henning: Total. Ich hab’ Sport-, Event- und Kulturmanagement studiert. Bevor ich zu Achtzig20 kam, hab’ ich für eine kleine Agentur gearbeitet. Wir haben DJ- und Live-Performances organisiert, Festivals umgesetzt, mit Museen zusammengearbeitet, Konzerte veranstaltet… meistens mit Fokus auf elektronischer Musik. Wir haben auch einige große Events für Business-Kunden umgesetzt, zum Beispiel für einen großen Münchner Automobilhersteller.

 

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Wie bist du bei Achtzig20 gelandet?

Henning: Über Eugen. In seinem Club, dem Maki, hab’ ich früher öfter mal aufgelegt. Eines Tages habe ich über mySMILE Tickets für den FCI gewonnen und sollte die hier im Büro abholen. Eugen hat mich erwartet. Nachdem wir ein bisschen gequatscht haben, hat er mich gefragt, ob ich mich nicht auch mal bei Achtzig20 bewerben will.

Hattest du jemals Zweifel, ob du hier reinpasst?

Henning: Klar… Ich glaube, das ist normal, dass man mal zweifelt, ob man für ein neues Projekt zum Beispiel das technische Wissen mitbringt – gerade dann, wenn man aus einer anderen Branche kommt. Aber ich kann immer einen unserer Spezialisten fragen und mich zu dem Thema einarbeiten. Bisher bin ich noch mit jedem Thema gut zurechtgekommen.

Was für ein Mensch bist du?

Henning: Ich hab’ Bock auf alles Neue, was da so kommt. Wahrscheinlich passe ich deswegen auch gut hier rein. Und ich bin ein guter Teamplayer. Ich hab’ fast vier Jahre beim FC Ingolstadt gespielt, wahrscheinlich liegt es daran (lacht). Ich helfe anderen gern. Und wenn es nur ein schlechter Witz ist, um die Stimmung aufzulockern – das hilft manchmal enorm (lacht).

Apropos schlechte Witze…

Henning: Ja, die gibt’s bei uns öfter. Meine sind meistens ziemlich schlecht – vor allem muss ich selbst darüber lachen.

Erzähl mir mal einen.

Henning: In der Tierhandlung: „Haben Sie hier auch Affen?“ Mitarbeiter: „Warten Sie bitte! Ich hole eben den Chef!“ (lacht)

Gehen wir davon aus, wir kehren irgendwann zum alten “Normal” zurück. Wie sieht dein perfektes Wochenende aus?

Henning: Das startet mit einem Feierabendbier nach dem Teammeeting… dann fahr ich heim nach München.

Du pendelst von München hierher? Klingt ziemlich anstrengend.

Henning: Easy! Daran gewöhnst du dich. Von Tür zu Tür brauche ich so eineinhalb Stunden. Ich habe eine Bahncard 100.

Weiter mit dem perfekten Wochenende…

Henning: … Freitagabend gehe ich was essen mit Freunden bei mir ums Eck, zum Beispiel ins Limani oder ins Attentat griechischer Salat. Danach vielleicht kurz in ‘ne Bar: The High oder Bravo. Und wenn das Booking an dem Abend stimmt, ziehen wir weiter in ‘nen Club – meistens ins Blitz auf der Museumsinsel.

Selber auflegen?

Henning: Eher als Gast. Dann kann ich mich mit meinen Leuten unterhalten und feiern. Vielleicht treffe ich auch ein paar Leute von früher oder einen Künstler, den ich betreut habe.

Am nächsten Tag schlafe ich aus, gehe auswärts frühstücken, mache einen Spaziergang im Perlacher Forst. Abends gehe ich ins Kino oder besuche meine Family. Und am Sonntag in ein Museum.

Welche Museen stehen denn auf deiner Liste – wenn‘s Corona wieder zulässt?

Henning: Die Reinhold Messner-Museen. Sechs zusammenhängende Museen rund um die Bergkultur und das Bergsteigen, in Südtirol und Belluno verteilt. Dafür werde ich mir ein paar Tage freinehmen und in die Alpen fahren. In den Museen steht auch die Architektur im Mittelpunkt. Eines der Gebäude verschmilzt richtig mit dem Felsen…

Hast du einen regionalen Geheimtipp für die Kunstinteressierten unter uns?

Henning: Was einige nicht auf dem Schirm haben: Das Buchheim Museum am Starnberger See. Von München aus kannst du dorthin radeln und einmal um den See herum. Kunst, Architektur, Natur -  das lässt sich dort gut verbinden. Die Parkanlage ist riesig und es gibt sehr gute Wechselausstellungen.

Und was ist dein aktueller Lieblingstrack für ein perfektes Wochenende?

Henning: Perfect Day von Lou Reed.

Ende letzten Jahres bist du für zwei Monate auf Reisen gegangen. Wie lässt sich das mit dem Job vereinbaren?

Henning: Ich habe früh genug angefragt. Meinen Resturlaub und unbezahlten Urlaub genommen.

Und wie sah eure Reiseroute aus?

Henning: Wir sind in San Francisco gestartet, über den Highway 1 nach L.A., dann über Palm Springs nach Las Vegas. Von dort sind wir rüber nach Miami geflogen und haben eine Rundreise durch Florida gemacht. Danach ging es weiter nach Kolumbien, an die Karibikküste, in die Berge rund um Minca und dann über Medellín nach Quito, Ecuador. Der letzte Stopp waren die Galapagosinseln.

Was für ‘ne Strecke…

Henning: Ja, die war ziemlich straff. Wir hatten einen kompletten Overload an Eindrücken. Die vielen verschiedenen Vegetationszonen, die wir durchquert haben - das war krass. Auf den Galapagos gibt es zum Beispiel eine trockene Hälfte und eine komplett humide. Die Lebewesen dort sind perfekt an ihre Umgebung angepasst.

An welche Begegnung erinnerst du dich besonders gern?

Henning: Mit den Amis kommt man ja ziemlich leicht ins Gespräch. In einer Bar in Kalifornien haben wir eine ganze Großfamilie kennengelernt. Das war ein ziemlich verrückter Abend. Der Vater hat uns für den nächsten Tag kurzerhand in seinen Golfclub eingeladen. Da haben wir ein paar Bälle mit ihm geschlagen und einem laufenden Turnier zugesehen.

Was hast du von deinem Trip mit nach Hause genommen?

Henning: Dass es noch viel zu entdecken gibt. Und dass ich künftig noch unvoreingenommener und mit einer positiven Grundeinstellung auf Menschen zugehe.

Ich habe auch wieder gemerkt, dass Reisen ein Privileg ist. Gerade der Wechsel von Nord- auf Südamerika war gewaltig. Da wurde mir nochmal bewusst, welche krassen Ungleichheiten es gibt.

Wir nehmen Ungleichheiten zwar immer wahr und wissen, dass sie bestehen – aber was bedeutet das schon? Das muss jeder selbst entscheiden. Ich hab’ mir vorgenommen, künftig zurückhaltender zu konsumieren. Und meine Reisen als etwas wirklich Besonderes wertzuschätzen. Und geerdeter zurückzukommen.

 

In unserer Interviewreihe "Auf einen Kaffee mit..." haben wir letzte Woche mit Moritz gesprochen. Im Interview verrät er, was das Darmstädter Office besonders macht und warum es manchmal Verständnisprobleme mit Ingolstadt gibt. Er berichtet außerdem, auf welches Großprojekt er besonders stolz ist und was Heimat für ihn ist.

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